Solarenergie
Solar-Faktencheck: Was an den gängigen Mythen dran ist
Über Solarstrom kursieren viele Halbwahrheiten – vom Blackout bis zum „Sondermüll“. Wir haben die zehn häufigsten mit den Daten von Fraunhofer ISE, Umweltbundesamt und Bundesnetzagentur abgeglichen.
Mythos – Fakt
- „Solar lohnt sich nicht mehr, die Vergütung ist zu niedrig.“
Die Vergütung war nie der Hauptnutzen – der Eigenverbrauch ist es. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 30 – 40 Cent. → „Kosten & Wirtschaftlichkeit“ - „In Deutschland scheint zu wenig Sonne.“
Die solare Einstrahlung im Münsterland liefert rund 900–1.000 kWh Ertrag je kWp und Jahr. Deutschland erzeugte 2025 rund 87 TWh Solarstrom; im Sommer 2026 lag der Solaranteil an der Stromlast drei Monate in Folge über 30 Prozent. - „Zu viel Solarstrom führt zum Blackout.“
Netzbetreiber steuern Erzeugung und Verbrauch; moderne Anlagen stützen das Netz aktiv. Das Solarspitzengesetz sorgt dafür, dass Spitzen abgeregelt werden – ohne Ausfälle. - „Die Herstellung braucht mehr Energie, als die Anlage je liefert.“
Die energetische Amortisation liegt bei rund 1 bis 1,5 Jahren – bei 25 bis 30 Jahren Laufzeit. - „Solarmodule sind Sondermüll.“
Module bestehen überwiegend aus Glas, Aluminium und Silizium und müssen nach dem Elektrogerätegesetz zurückgenommen und recycelt werden. Die Recyclingquote liegt bei fast 90%. - „Solarparks fressen Ackerland.“
Rund 1 Prozent der Agrarfläche würde für die Solarziele genügen. → „Fakten zu Fläche und Natur“ - „Nur Hausbesitzer profitieren.“
Solarstrom drückt den Börsenstrompreis für alle. Eine Branchenstudie beziffert die Entlastung 2025 auf rund 100 Euro je Haushalt – den Effekt bestätigt auch die Verbraucherzentrale; die Höhe stammt aus einer Auftragsstudie der Solarwirtschaft. - „Ein Balkonkraftwerk ist gefährlich.“
Normkonforme Geräte schalten bei Netzausfall sofort ab und dürfen an die normale Steckdose, von Ihnen geht keine Gefahr aus. → „Balkonkraftwerke“ - „Solarstrom macht den Strom teuer.“
Neue Solarparks erzeugen Strom für 4 bis 7 Cent je Kilowattstunde – günstiger als jedes neue konventionelle Kraftwerk (Fraunhofer ISE). - „Wer PV hat, zahlt bald Strafgebühren.“
Die Bundesnetzagentur plant ab 2029 einen höheren Netz-Grundpreis für Haushalte mit eigener Anlage („AgNes“). Das ist ein Entwurf, keine Strafe – und Balkonkraftwerke sind ausgenommen. Das Verfahren läuft noch.
Ansprechperson:
Jens Leopold
Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Kreis Steinfurt
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